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Viel passiert diese Woche! Google hat innerhalb von 48 Stunden den Co-Erfinder des Transformers und einen Nobelpreisträger verloren. Noam Shazeer, für 2,7 Milliarden Dollar von Google gekauft (über den Kauf von Character.ai), wechselt jetzt zu OpenAI. John Jumper, frischer Nobelpreisträger für AlphaFold, geht zu Anthropic. Bei AI Peanuts bleibt die Besetzung übrigens stabil. Zumindest bis jemand ein paar Milliarden auf den Tisch legt.

Peanuts für heute:

  • 🧠 Die Große Nuss: Midjourney baut einen Körperscanner, der eine Milliarde Scans pro Monat liefern soll

  • 📊 Highlight: Noam Shazeer verlässt Google DeepMind nach weniger als zwei Jahren für OpenAI

  • 🛠️ Trai it Out: Website-Rankings überwachen und Probleme automatisch beheben lassen

💡 Midjourney: Warum ein Bildgenerierungs-Tool plötzlich deinen Körper scannen will

David Holz ist der Mann, der mit einem Bildgenerierungs-Tool genug Geld verdient hat, um jetzt 358.000 Ultraschallsensoren in einen Ring zu bauen und diesen Ring in einem Spa in San Francisco aufzustellen. Der CEO von Midjourney bricht seit Jahren die üblichen Regeln von Silicon Valley. Midjourney hat keine Investoren, war anfangs kaum mehr als ein Discord-Server und finanziert seine Forschung bis heute über das eigene Produkt.

Trotzdem soll das Unternehmen in den ersten neun Monaten rund 100 Millionen Dollar Umsatz gemacht haben, nach zwölf Monaten waren es angeblich bereits 200 Millionen Dollar. Dieses Geld steckt Midjourney nun nicht nur in bessere Bildmodelle, sondern in acht aktive Forschungsprojekte. Vier davon sind Software, vier Hardware.

Das erste dieser Hardwareprodukte ist der Midjourney Scanner. Ein Ring aus Ultraschallsensoren, in den man im warmen Wasser stehend für etwa 60 Sekunden eintaucht. Das Gerät schießt Schallwellen durch den Körper und erzeugt daraus eine detaillierte 3D-Karte des Körperinneren. Keine Strahlung, keine Magneten, keine Röntgenstrahlen. Holz beschreibt die Idee als medizinische Bildgebung, die so leistungsfähig sein soll wie ein MRT, sich aber so beiläufig anfühlt wie ein Besuch im Spa.

Technisch ist das Gerät extrem ambitioniert. Der Scanner besteht aus 40 Ringen mit jeweils 8.960 Ultraschallsensoren. Zusammen sind das 358.000 Elemente. Pro Sekunde fallen 17 Gigabyte Rohdaten an. Für eine vollständige Rekonstruktion spricht Midjourney von 806 Terabyte Daten. Vor Ort stehen dafür 21 Server mit zusammen zwei Petaflops Rechenleistung.

Das Ziel ist eine submillimetergenaue 3D-Karte des Körperinneren. Schon am ersten Tag soll der Scanner in bestimmten Bereichen bessere Gewebegrenzen, Muskelfasern und Venenstrukturen zeigen als ein MRT. Gleichzeitig soll die Maschine zehnmal günstiger und sechzigmal schneller sein als ein klassisches MRT-Gerät. Der einzelne Scan selbst kostet laut Holz praktisch nichts, sobald die Maschine einmal steht.

Der Scanner ist nicht das Produkt

Das eigentliche Produkt sind die Daten. Das war auch schon bei der Midjourney-Bildgenerierung der Fall. Jeder Prompt erzeugte vier Bilder. Nutzer wählten eines aus. Diese Entscheidungen wurden zum Trainingssignal. Milliarden Datenpunkte, gesammelt durch normalen Produktgebrauch.

Mit dem Midjourney Scanner läuft dasselbe Prinzip an, nur diesmal nicht mit Bildern, sondern mit menschlichen Körpern. Holz will langfristig 50.000 Scanner weltweit bauen. Zusammen sollen sie bis zu eine Milliarde Scans pro Monat ermöglichen. Dafür bräuchte Midjourney ungefähr 5.000 Spa-Standorte mit jeweils rund zehn Scannern.

Warum ein Spa und kein Krankenhaus?

Midjourney will medizinische Bildgebung nicht wie einen Krankenhausprozess verpacken, sondern wie Wellness. Menschen sollen nicht erst zum Arzt gehen, wenn sie krank sind. Sie sollen regelmäßig in ein Spa gehen, sich erholen und nebenbei ihren Körper scannen lassen.

Das senkt nicht die regulatorischen Anforderungen, aber es verändert den Einstieg. Der Scanner muss nicht sofort Krebsdiagnosen stellen. Er kann zunächst mit Körperzusammensetzung starten. Danach könnten Daten mit Ärzten geteilt werden. Später könnten Blutflussmessungen, Schwangerschaftsbildgebung und therapeutische Anwendungen dazukommen.

Die Wette

Holz setzt darauf, dass Ganzkörperbildgebung nicht teuer, selten und klinisch bleiben muss. Ein MRT ist heute laut, eng, teuer und dauert oft lange. Der Midjourney Scanner soll dagegen ein 30- bis 60-Sekunden-Scan im warmen Wasser sein, ohne Strahlung, ohne Sedierung und theoretisch täglich wiederholbar.

Mal sehen ob das funktioniert. Aber trotzdem sehr bemerkenswert. Midjourney ist ein profitables, selbstfinanziertes Forschungslabor, das sein erstes Daten-Flywheel mit Bildern gebaut hat und nun versucht, dasselbe Prinzip auf den menschlichen Körper zu übertragen.

Quellen: Blogpost, Technische Analyse

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🛠 Trai it out:

Ploy

Haben wir selbst viel genutzt diese Woche! Ploy positioniert sich als vollständige Marketing-Plattform für Websites. Das Tool überwacht kontinuierlich Rankings, Traffic und Content-Lücken auf der eigenen Seite und bei Wettbewerbern, identifiziert Schwachstellen und lässt dann KI-Agenten automatisch Inhalte erstellen, Experimente starten und technische Probleme beheben.

Gegründet wurde das Startup vom ehemaligen CTO von Webflow. Einfach anmelden, und Ploy analysiert direkt die eigene Website, schlägt gute Veränderungen vor und führt Tests sogar automatisch durch. Was Ploy von den üblichen SEO-Tools unterscheidet, ist die Kombination aus passivem Monitoring und aktivem Eingreifen: Die meisten Tools zeigen Probleme an, Ploy soll sie selbstständig lösen. Link

Tools kurz & knackig:

  • Gemini 3.5 Live Translate — Googles neues Modell für Echtzeit-Sprache-zu-Sprache-Übersetzung in über 70 Sprachen, bereits in Google Translate und bald in Google Meet.

  • Killed by OpenAI — Friedhof für OpenAI-Produkte und APIs mit Abschaltdaten und Countdowns zu allem, was deprecated wurde oder bald verschwindet.

  • Hermes Agent Automation Templates — Wiederverwendbare Rezepte für automatisierte Multi-Step-Workflows per GitHub-Trigger, Webhook oder Schedule, jetzt auch mit WhatsApp-Integration.

  • Cursor Origin — Cursors eigene GitHub-Alternative für Code-Hosting und Git, aktuell in der Waitlist-Phase.

  • Pool — iOS-App, die Screenshots in durchsuchbare Sammlungen sortiert und dabei die Original-Links rekonstruiert.

🍭🍬 Gemischte Tüte

📖 Must Reads:

Unsere Gemischte Tüte ist immer vollgepackt - in dieser Sektion kuratieren wir die aus unserer Sicht wichtigsten Links:

Transformer-Erfinder Noam Shazeer und AlphaFold-Nobelpreisträger John Jumper verlassen Google DeepMind. Shazeer, Co-Autor des wegweisenden Transformer-Papers und zuletzt VP of Engineering und Gemini-Co-Lead bei Google DeepMind, hat seinen Wechsel zu OpenAI selbst auf X bestätigt. Google hatte ihn 2023 für 2,7 Milliarden Dollar von seinem eigenen Startup Character.AI zurückgekauft. Jumper, der gemeinsam mit Demis Hassabis den Nobelpreis für Chemie 2024 für AlphaFold gewann, wechselt zum KI-Sicherheitslab Anthropic. Damit verliert Google DeepMind innerhalb weniger Tage zwei seiner prominentesten wissenschaftlichen Köpfe. Link

Apple stellt neues Siri-KI-System vor, EU-Nutzer gehen leer aus. Nach zwei Jahren Verzögerung und einem Teamwechsel hat Apple auf der WWDC ein funktionierendes LLM-gestütztes SIRI präsentiert, das auf persönlichen Daten wie Kalender, Nachrichten und Browserverlauf zugreift. Für Nutzende in der EU ist die Funktion vorerst nicht verfügbar. Der Grund ist der Digital Markets Act. Apple sagt, die EU-Regeln könnten das Unternehmen dazu zwingen, anderen KI-Assistenten denselben tiefen Systemzugriff zu geben wie Siri. Apple wollte von der EU wissen, ob eine zusätzliche Sicherheits- und Vermittlungsschicht ausreichen würde, bevor sie viel Geld in die Entwicklung einer speziellen Lösung für die EU investieren. Die EU meinte, sie könnten das erst beurteilen, wenn die Lösung bereits entwickelt sei. Daher erstmal Stillstand. Link

SpaceX überschreitet 3-Billionen-Dollar-Marktkapitalisierung nach Cursor-Übernahme. SpaceX hat den KI-Code-Editor Cursor für 60 Milliarden Dollar in Aktien übernommen. Der anschließende Kursanstieg der SpaceX-Aktie übertraf den Kaufpreis und ließ die Bewertung kurzzeitig an Amazon heranreichen. Link

🇪🇺 EU & Deutschland:

  • Europa 2031 ist ein düsteres Szenario für Europa, falls keine Investitionen in Künstliche Intelligenz und keine Reformen erfolgen. Link

  • Kölner StartUp DeepL kauft Mixhalo für Live-Event-Audio-Streaming und Übersetzung. Link

  • Alibaba Cloud baut europäische Präsenz mit zwei Verfügbarkeitszonen in Frankreich aus. Link

  • Mistral anfällig für russische Desinformation, zeigt Studie der Financial Times. Link

  • Anthropic-Export-Kontrollen stärken Mistral und Souveränität-These europäischer KI. Link

  • Ursula von der Leyen fordert stärkere EU-US-Zusammenarbeit bei KI-Entwicklung und Sicherheit. Link

🌍 Geopolitik & AI Race:

  • DeepSeek sammelt 7,4 Milliarden Dollar bei 50-Milliarden-Dollar-Bewertung ein. Link

  • China plant Einsatz von über 10.000 humanoiden Robotern in Industrie und Service. Link

  • Trump-Regierung prüft Erwerb von Anteilen an großen KI-Unternehmen. Link

  • JD Vance befürwortet "Sovereign Wealth Fund" für US-Beteiligungen an KI-Firmen. Link

  • Trump, Altman und Hassabis treffen sich beim G7-Gipfel zu AI-Policy-Diskussionen. Link

  • Studie untersucht geografische Herkunft und aktuelle Arbeitstätigkeit von KI-Forschenden weltweit. Link

💻 Agentic Engineering:

  • Claude veröffentlicht "The Founders Playbook" mit Ratschlägen für KI-Gründer. Link

  • OpenAI Codex: Record & Replay lässt ein Workflow einmal zeigen, dann als wiederverwendbare Fähigkeit speichern. Link

  • Cursor CEO Michael Truell über die Zukunft des Programmierens: Evolution hin zu englisch-ähnlichem Pseudocode. Link

  • Software-Entwickler baut Anwendungen mit Fable ohne traditionelle Codierung. Link

  • Claude Code: Expertise der Nutzenden bestimmt Erfolgsquote deutlich mit. Link

  • Claude Code Artifacts: Interaktive Seiten aus Sessions, teilbar per privatem Link für Teams. Link

  • OpenAI Academy veröffentlicht neue Kurse (gratis) für Arbeiten im KI-Zeitalter. Link

👩‍💻 Tech-News:

  • Anthropic deaktiviert global Zugriff auf Mythos/Fable 5 nach Weiße-Haus-Sicherheitsanweisung. Link

  • Anthropic-Sicherheitsforscher Nicholas Carlini beruhigt Regierung über KI-Sicherheit. Link

  • Dean Ball wechselt zu OpenAI als Leiter des neuen Teams "Strategic Futures" für KI-Politik. Spannender Bereich! Link

  • Elon Musk und Larry Page drifteten vor 10+ Jahren auseinander, Unternehmen rücken jetzt näher zusammen als je zuvor. Link

  • Google optimiert Shors Algorithmus, US-Regierung blockiert Paper, LLM-Contest zur Neuerfindung gestartet. Link

  • OpenAI plant "Superapp" mit aggregierten Nutzererfahrungen. Link

  • Visa und OpenAI kooperieren bei agentic-commerce-Infrastruktur für sichere KI-gesteuerte Käufe. Link

  • Bain-Report: Tech-Übernahmen sinken deutlich wegen KI-Disruptions-Befürchtungen. Link

🔐 AI Safety & Governance:

  • Malware-Pakete nutzen Waffen-Referenzen, um LLM-Safety-Scanner auszunutzen. Link

  • Vinod Khosla fordert Steuerreformen gegen KI-Arbeitslosigkeit: Capital-Gains/Income-Tax-Angleichung, neue KI-und-Robotik-Steuern. Link

🏥 Health & Science:

  • OpenAI Reasoning-Modell identifiziert 18 seltene Krankheitsdiagnosen aus ungeklärten Fällen. Link

  • KI-Diagnose-Fehler erhöhen Krankenhaus-Haftung, wenn Ärzte nicht tief eingebunden sind. Link

🎨 Kreativ & Medien:

  • Tim Ferriss: KI hat den Self-Help-Buch-Markt zerstört, personalisierte Ratschläge günstiger skalierbar. Link

👷 Arbeitswelt:

  • Stanford baut KI-Adoption-Statistik-Plattform als zentrale Ressource für Branchentrends. Link

🧂 Salty Memes:

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